2005 entwarf die Hamburger Agentur kempertrautmann die Kampagne “Du bist Deutschland”, um dem deutschen Nationalgefühl ein wenig auf die Sprünge zu helfen.
Nun Griff der Kunststudent Alexander Lehmann die Idee auf und stellte eine Satire zur Ursprungsidee ins Netz: Innerhalb kurzer Zeit sahen mehrere 100 000 User den Film „Du bist Terrorist!“, der auf die Bedrohung der Privatsphäre durch staatliche Überwachung hinweist.
Daraufhin schrieb die Hamburger Agentur den Kunststudenten an und drohte mit rechtlichen Schritten, sofern er das Video und die Domain dubistterrorist.de nicht aus dem Netz nähme. Die E-Mail wurde publik und sofort lief die Netzcommunity Sturm gegen die drohende Zensur.
Nun einigten sich die beiden Parteien: Video und Internetseite dürfen bestehen bleiben, allerdings müssen die Kinderbilder aus der ursprünglichen Kampagne im Hintergrund der Seite unkenntlich gemacht werden.
Angeblich war die Publikmachung der Droh-Mail ein Versehen und der damit losgetretene Protest der Internetuser gar nicht gewollt. Wie dem auch sei, diese Episode ist ein nettes Beispiel für ungeahnte und ungewollte Überraschungen, die das Web 2.0 als Mitmach-Internet von und für seine User bereithält.